|
THEMA |
 |
LUFTWAFFE |
Die
Luftwaffe blickt in die Zukunft
von Rolf
Müller, 2. Juli 1999
|
Die Schweizer F/A-18 Flotte wird bis Ende dieses Jahres
komplett sein. Folgen zusätzliche Maschinen für die Aufklärung?
Über
wieviele Kampfjets, Helikopter oder Transportmaschinen wird die Schweizer
Luftwaffe in zehn Jahren verfügen?
Auf dem Flugplatz Dübendorf trafen wir Oberst Beat Neuenschwander, der als
Chef der Luftwaffenplanung prädestiniert ist, über die Zukunft der
Luftwaffe zu sprechen und die heutige Planung der Entwicklung unserer
Kampfflugzeug- und Helikopterflotten zu beleuchten. Er bringt als Pilot und
ehemaliger Staffelkommandant mit inzwischen über 4500 Flugstunden auf den
Flugzeugen Hunter, Tiger F-5 E/F, PC-7, Pilatus-Porter PC-6 und Alouette III
viel Fliegererfahrung ein.
 |
 |
Oberst Beat Neuenschwander ist Planungschef der Luftwaffe und
gleichzeitig auch aktiver Tiger-Pilot |
 |
Planung nach
Aufgaben und Bedürfnissen
Die Planung der
Luftwaffe richte sich bei den gegebenen finanziellen Möglichkeiten
grundsätzlich nach den Aufgaben und Bedürfnissen, erklärt Oberst
Neuenschwander zu Beginn des Gesprächs. Keinesfalls dürfe in der
heutigen Zeit beim Lebensende eines Systems ein automatischer Ersatz erfolgen.
Vielmehr müssten die absoluten Erfordernisse mit den zur Verfügung
stehenden Ressourcen in Einklang gebracht werden. Dabei werde auf eine
Konzentration auf die Kernaufgaben der Luftwaffe und auf eine mögliche
Veränderbarkeit spezielles Gewicht gelegt. «Auch politische Vorgaben
sind immer wieder neu einzubeziehen. Es ist nicht anzunehmen, dass sich die
klassischen Aufgaben von Luftstreitkräften in den kommenden Jahrzehnten
ändern, durch Akzentverschiebungen können aber andere Gewichtungen
notwendig werden» stellt Oberst Neuenschwander fest. Er sehe die Sicherung
des Luftraums und den Lufttransport als wichtigste Aufgaben der Luftwaffe im
heutigen Umfeld. Die Wahrung der Lufthoheit sei eine Aufgabe jedes
souveränen Staates sowohl im Frieden wie auch in Krisenzeiten und die
Luftverteidigung bilde eine unababdingbare Voraussetzung für einen
erfolgreichen Einsatz der Armee auf dem Gefechtsfeld. Der Bedarf an
Lufttransport sei sowohl für nationale Aufgaben, wie zum Beispiel bei der
Katastrophenhilfe (Waldbrand Misox 1997, Lawinenwinter 1998/99) als auch
für friedenserhaltende Missionen im Ausland (Kosovo 1999), klar
ausgewiesen, erläutert der Planungschef. Zudem werde auch eine neue und
kleinere Armee höhere Anforderungen an die Luftmobilität bedingen.
|