
Daniel Moser
vor dem heimatlichen Kamin. Für das Foto hatte er auf speziellen Wunsch
hin den Pulli gegen das Pilotenhemd getauscht. |
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Fliegen war nicht sein Jugendtraum. Dennoch
baute der Aargauer Daniel Moser Modellflugzeuge, kämpfte sich zum
Militärpiloten durch und ist A320-Captain bei der Swissair.
Als Pilot ist sich Daniel Moser eines bewusst: «Ich muss in jeder
Situation funktionieren.» Wie wichtig das ist, hat er schon einige Male
erlebt. In seiner Laufbahn als Linienpilot hat er bei einigen
Zwischenfällen erfahren, was es heisst, auch in kritischen Situationen
ruhig zu handeln. «Zu meinem grossen Erstaunen habe ich in
Gefahrensituationen genau so gehandelt, wie man das in der Ausbildung immer und
immer wieder übt», zieht Moser Bilanz. «In Gefahrensituationen
kommt der Drill einer guten Ausbildung erst richtig zum Tragen: was man zu tun
hat läuft wie auf einem Headup-Display vor dem inneren Auge ab - das
häufige Üben solcher Situationen nützt tatsächlich.»
Für Angst ist unter kritischen Bedingungen kein Platz: «Der Pilot
erschrickt immer erst, nachdem er die Situation gemeistert hat.»
Nicht erst durch diese Ereignisse kam der 41jährige Brugger zur
Erkenntnis, dass eine gute, strenge fliegerische Ausbildung legenswichtig sei.
Und dass es sich lohne, sich immer weiter auszubilden. Er wolle noch viel mehr
wissen und können, sagt er: Ausbildung habe nie ein Ende. Auch nach rund
8400 Flugstunden nicht.
Als ebenso wichtig wie eine fundierte Ausbildung stuft Moser die Teamarbeit im
Cockpit ein. Immer wieder verweist er darauf, dass er heikle Situationen nicht
allein gemeistert habe, dass er nicht alleine sei, wenn die Passagiere in den
Genuss eines schönen Fluges mit sanfter Landung kommen. «Das Cockpit
ist kein Ort für Einzelkämpfer», ist er überzeugt. Zur
guten Zusammenarbeit würden Diskussionen mit dem Copiloten gehören,
gerade auch in kritischen Situationen. Dabei wünscht er sich als Captain
jedoch auch von seinem Copiloten vor allem eines: «Im Notfall lieber
langsamer und durchdacht arbeiten als einen Schnellschuss lancieren.»
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Laufbahn
Daniel Moser wurde am 27. September 1958 geboren und wuchs im aargauischen
Untersiggenthal auf. Als Kind lernte er die Fliegerei über eine eher
negative Seite kennen: «Es ärgerte mich ziemlich, wenn mein Vater als
Swissair- Captain immer wieder wochenlang weg war deswegen.» Wenn Vater
Moser allerdings zu Hause war, focht Daniel in Vaters Anti-G-Anzug und Helm
imaginäre Luftkämpfe.
Später entdeckte der Teenager Daniel Moser die Modellfliegerei. Als
15jähriger war er Mitbegründer der Modellfluggruppe Turgi-
Untersiggenthal. Nach der Bezirksschule hatte er die Nase voll von der Schule
und machte eine Lehre als Maschinen- mechaniker. Erst im Alter von 17, 18
Jahren kam er langsam auf die Idee, Militärpilot zu werden: «Ich fand
das eine coole Idee.» |
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